jannine koch

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PARADOX 

Eine Ausstellung mit Druckgrafiken von insgesamt 100 Künstlerinnen und Künstlern mit Fokus auf den mitteldeutschen Raum

14. April - 30. Juni 2019 // Museum Schloß Burgk

Statement

Bereits seit meinem Studium weisen meine Arbeiten auf Leinwand einen starken Bezug zum tagespolitischen und gesellschaftlichen Geschehen auf. Die großen Zusammenhänge und Veränderungen der letzten Jahre wie z. B. die zunehmende Digitalisierung und Überwachung, aber auch militärische Auseinandersetzungen sowie die Folgen von Globalisierung beschäftigen mich sehr und sind Motor fast aller Bilder. Dass all diese Veränderungen für uns immer weniger greifbar und in hohem Maße fremdvermittelt sind, versuche ich in meinen Malereien formal umzusetzen und zu reflektieren. Leitmotivisch tauchen Pixel und Sprühfarbe auf, aber auch Schrift und Codes, Zahlen oder Raster finden Eingang in meine Bilder und fungieren als Metaphern einer von Technik bestimmten und kontrollierten Welt. Mich treibt der Wunsch an, Chiffren und Symbole für die Herausforderungen unserer Zeit zu finden, in welcher sich unverrückbar geglaubte Werte und Vorstellungen verändern, auflösen oder für immer zerstört werden. Durch die Rückführung eines digitalen Bildes in die analoge Form der Malerei halte ich es an und werde die dargestellte Sache gewahr.

Neben Malereien entstehen seit 2010 kontinuierlich Zeichnungen und Radierungen. In meinen vorrangig schwarz- weißen Kohle- und Pastellzeichnungen setze ich mich seit vielen Jahren mit der Vorstellung von Raum und Skulptur auseinander. Dabei interessiert mich einerseits, durch sichtbare Korrekturen den zeichnerischen Prozess nachvollziehbar zu machen, andererseits durch die Überlagerung von Linien Bewegung zu suggerieren. In meinen Ätzradierungen hingegen beschäftigt mich seit 2011 das schier unendliche Universum der Kartografie. Neben historischem Material dienen mir auch aktuelle Stadtpläne oder Grundrisse als formale Schatzkiste. Aus diesen entwickle ich technoide Wesen, Organismen oder imaginierte Welten und Weltensysteme. Seit ungefähr zwei Jahren sind Querverbindungen zwischen Malerei und Druckgrafik zu erkennen. Trotz allem ist mir wichtig, dass jede Technik auch in Zukunft ihre Spezifika wahrt, ausspielt und erweitert.