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Aktuelles

36. Leipziger Grafikbörse

Unter dem Thema „hortus secretus“ entführt uns die Grafikbörse in diesem Jahr in den geheimen Garten. Über 100 Künstler*innen, die vorrangig aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stammen, haben hierfür Druckgrafiken angefertigt und eingereicht. Die jährlich stattfindende Schau wird traditionell im Museum für Druckkunst in Leipzig eröffnet, bevor die Arbeiten auf Wanderschaft quer durch Deutschland gehen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

17. Dezember 2020 - 21. Februar 2021 // Museum für Druckkunst, Leipzig

+++ Die Ausstellung kann bis auf Weiteres nicht eröffnet werden +++ 

 

Aller guten Dinge...

Karin Brosa, Robert Matthes und Jannine Koch

Figurativ, vielseitig, virtuos und analog - all das zeichnet die Druckgrafiken von Karin Brosa, Robert Matthes und Jannine Koch aus. In ihren Radierungen, Siebdrucken und Lithografien präsentieren sich die Künstler in unterschiedlicher Weise als kritische Beobachter unserer Zeit und beweisen darüber hinaus, wie originell und zeitgenössisch Druckgrafik bis heute ist. Auf Initiative des BBK Unterfranken und anlässlich des Tages der Druckkunst stellen die drei Künstler erstmalig gemeinsam aus.

13. März 2021 - 11. April 2021 // Galerie des BBK-Unterfranken, Künstlerhaus Würzburg

 

STATUS QUO

Landkarten, Stadtpläne und Architekturdarstellungen üben eine große Faszination auf die Gelsenkirchener Künstlerin Jannine Koch aus. Immer wieder finden Versatzstücke aus kartographischen Darstellungen Eingang in die vielschichtigen Arbeiten der Absolventin der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

In ihrer jüngsten Werkreihe sind Grundrisse von Kirchen- und Repräsentationsbauten in den Fokus der Künstlerin gerückt: Architektonische Konstruktionszeichnungen werden mit Darstellungen von Käfertieren kombiniert, die wie in der Schauvitrine eines Insektenforschers in Rückenansicht wiedergegeben werden. Durch den Blick aus der Vogelperspektive deckt Jannine Koch unerwartete formale Analogien zwischen diesen beiden sehr unterschiedlichen Themenfeldern auf. Der stark segmentierte, wie zusammengesteckt erscheinende Körperbau der Panzertiere findet in den Raumfolgen der streng an einer zentralen Mittelachse gespiegelten Architekturentwürfe einen überraschenden Widerhall. Kopfkapseln, Greifwerkzeuge und Chitin-Panzer der variantenreichen Insekten entwickeln sich wie selbstverständlich aus den Planzeichnungen mittelalterlicher Festungsanlagen, barocker Kirchenschiffe oder klassizistischer Herrenhäuser. Während in der reduzierten Farbigkeit der Radierungen die einzelnen Elemente wie in einem biologischen Kompendium scharf umrissen und deutlich voneinander geschieden sind, verschmelzen die Bildebenen auf den Gemälden durch die Leuchtkraft der Eitempera-Malerei zu geheimnisvollen, technoid anmutenden Zwitterwesen.

Im Werk von Jannine Koch stehen Malerei und Druckgrafik gleichberechtigt nebeneinander. Auch wenn es zu thematischen oder formalen Überschneidungen kommt, verfolgt die Künstlerin beide Stränge weitgehend unabhängig voneinander.Während in den Gemälden vielfach (tages-)politische und gesellschaftsrelevante Themen im Vordergrund stehen, gleichen die grafischen Arbeiten einem Experimentierfeld, auf dem die Künstlerin die technischen Grenzen der einzelnen Druckverfahren mit großer Begeisterung für die handwerklichen Prozesse auslotet. Arbeiten aus unterschiedlichen Werkphasen ermöglichen in der Ausstellung „Status Quo“ einen umfassenden Einblick in das Schaffen der letzten Jahre.

Text und Kuratur: Simone Scholten M.A., Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr

28. Mai 2021 - 27. Juni 2021 // Kunstverein Duisburg